Szenarien

AP 1: Szenarienentwicklung einer Transformation des Energiesystems

In AP 1 werden in drei Szenarien mögliche Zukünfte und deren Einflüsse auf die Entwicklung von  Energiegenossenschaften beschrieben. Die Basis bilden regionale Szenarien, die von IdE und anderen Instituten, als Bestandteil von Integrierten Klimaschutzkonzepten entwickelt wurden.  Bisher sind diese Szenarien auf eine technische Vollversorgung mit erneuerbaren Energien beschränkt. Sich daraus ableitende und zu berücksichtigende gesellschaftliche, sozio-ökonomische und institutionelle Aspekte (z.B. Lebensstile, Verhaltensänderungen, Grad der Regionalisierung) wurden kaum betrachtet. Diese Aspekte sowie die Rolle von Rahmenbedingungen, Systemeigenschaften, Eigentumsverhältnisse und Partizipation werden in AP 1 analysiert. Als zentrales Element wird hierbei in allen Szenarien die Rolle der EG in der jeweiligen Transformationsrichtung für das Jahr 2050 herausgearbeitet.

Folgende Grobszenarien werden entwickelt:

A – Internationaler Verbund

Überwiegend zentrale Ener­gieversorgung, hoher EE Anteil (80%), Energieproduktionsstandorte, dort wo höchste Potenziale bestehen (Desertec, …), Atomenergie spielt Rolle im Markt, CCS im Einsatz, stark stromfokussiert, umfassender Netzbausbau (sehr viele Konflikte), auch Erdgas (sowie EE-Gas) spielen wichtige Rolle, europäische Großkonzerne dominieren den Markt, Ener­gieeffizienz kommt teil­weise zum Tragen, starker Biomasseimport nach Europa, Energiegenossenschaften haben Nischendasein.

B – Regionenverbund

Weitgehend dezentrale Ener­gieversorgung, hybrides System integrierter, regionaler Versorgungsansätze (Kom­­­­bi­nation des Strom-, Wärme-, Mobilitätsbereichs), umfassen­­der Netzausbau (z.T. Kon­flikte), viele Regionen erreichen bilanzielle Voll­versorgung, viele Stadt-Umland­verbünde, Ausstieg aus Atom und Fossil wird realisiert (hohe Kosten, Risiken), Effizienz spielt wichtige Rolle (Technologie, Con­trac­ting), Marktdominanz großer Stadt- und Regionalwerke (z.T. börsennotiert), einzelne große Energiekonzerne im europäischen Markt (offshore), Biomasse z. T. importiert, Energiegenossenschaften wichtiger Akteur am Markt.

C – Regionale Selbstversorgung

Weitestgehend dezentrale Energieversorgung, Effizienzrevolution hat stattgefunden, dezentrale Organisation u. Mitgestaltung der Energieversorgung, bilanzielle Selbstversorgung aufgrund der eigenen Potenzialnutzung ist abzusehen (2050), keine Großkonzerne mehr am Energiemarkt, viele Stadt-Umlandverbünde, Part­nerschaften und Hybridformen zwischen mittleren Regionalwerken u. Energiegenossenschaften, einzelne Energieautarke Inselsysteme vorhanden, Energiesparverhalten hat Lebensstile umfassend verändert, Gemeinwohl u. Daseinsvorsorge („Enkeltauglichkeit“ des Versorgungssystems) als anerkanntes Leitmotiv.

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